Vorwort

Es ist nicht mehr die Zeit, wie bei Erscheinen meines ersten Buches zu Geschäftsprozessen und Ereignisgesteuerten Prozessketten ([Staud 2006]), in der Organisationen ihre Prozesse nicht kennen und Prozessanalysen durchführen, um wenigstens ein Stück weit diesbezügliche Kenntnis zu erlangen. Nein, die Phase, in der die Prozesslandschaft weiße Flecken aufwies, ist vorbei - oder sollte zumindest vorbei sein.

Nicht vorbei ist dagegen das Thema Prozessoptimierung. Es ist so bedeutsam, dass man kaum eine Beilage zur Tageszeitung aufschlagen kann, ohne in einem Interview von einem Geschäftsführer zu hören, dass viele Aufgaben gelöst sind, Prozessoptimierung aber bleibt. Es ist wohl wie so vieles eine ständige Aufgabe. Prozessoptimierung aber bedarf der Erfassung der Prozesse, ihrer Beschreibung durch Prozessmodelle. Erst nach dieser Erfassung können viele Schwachstellen erkannt und beseitigt werden.

Befeuert wird diese Entwicklung durch den starken Trend zu einer immer detaillierteren Abbildung der Geschäftsprozesse in „die Software“, zu immer mehr Automatisierung und schließlich zur Vollautomatisierung, wie es uns die Internetunternehmen vorleben. Zum ersten Mal in der Geschichte des kaufmännischen Miteinander gehen wir Menschen in wichtigen Bereichen mit weitgehend vollständig in Software gegossenen Geschäftsprozessen um.

Dass diese Thematik von hoher Aktualität ist, zeigen auch aktuelle Erhebungen. So nannten in der Studie IT-Kompass 2016 [Anmerkung] 59% der Befragten an erster Stelle die Optimierung der Geschäftsprozesse als ein Thema, das sie beschäftigt [Herrmann 2016, S. 24].

Das hat unter anderem die Konsequenz, dass die Prozessmodellierung auf verschiedenen Ebenen stattfinden muss. Früher geschah dies der Übersichtlichkeit wegen, vor allem in der Unternehmensmodellierung, heute aus der Notwendigkeit heraus, denn eine Prozessmodellierung zur Vorbereitung der Programmierung einer Anwendungssoftware muss wesentlich detaillierter sein als eine Prozessmodellierung für eine Istanalyse.

 

Josef L. Staud

Inhaltsverzeichnis des Buches mit Seitenzahlen

Vorwort, Inhalt, Abkürzungen V

1 Einleitung 1

1.1 Modelle, Modellierung 1

1.2 Aufbau der Arbeit 2

1.3 Methode BPMN 2

1.4 Ziel 3

2 Geschäftsprozesse 5

2.1 Definition(en) 5

2.2 Konzept Geschäftsprozess 9

2.3 Eigenschaften und Komponenten 9

2.3.1 Eigenschaften 9

2.3.2 Komponenten 13

3 Wo steht die Prozessmodellierung heute? 15

3.1 Basiselemente einer Methode zur Prozessmodellierung 15

3.2 Ziele 19

3.3 Herausforderungen 20

3.4 Automatisierung - Möglichkeiten und Grenzen 22

3.4.1 Automatisierungsmöglichkeiten 22

3.4.2 Problemstruktur und Automatisierung26

3.5 Kontrollfluss vertieft 28

3.6 Prozessmodellierung - heute und morgen 29

4 Geschäftsprozesse in der BPMN 31

4.1 Definition 31

4.2 Prozesstypen in der BPMN 31

4.3 Diagrammtypen 32

4.4 Vertikale Dimension der Prozessmodellierung 33

4.5 Gruppierung der Elemente 33

4.6 Token 34

5 Einführende Beispiele 35

5.1 Das erste Business Process Diagram 35

5.2 Jetzt mit Daten 37

5.3 Handelnde - Träger der Aktivitäten 38

5.4 Ein öffentlicher Geschäftsprozess 39

5.5 Zusammenarbeit 40

6 Tätigkeiten 43

6.1 Aktivitäten 43

6.2 Aufgaben 43

6.2.1 Varianten 44

6.2.2 Aufgabentypen 45

6.2.3 Zusammenfassung 48

6.3 Subprozesse 51

6.3.1 Entfaltet oder verborgen51

6.3.2 Varianten 52

6.3.3 Typen 56

6.3.4 Zusammenfassung - Arten von Subprozessen59

6.3.5 Wofür Subprozesse?62

7 Akteure und Nachrichten 63

7.1 Becken, Bahnen, Nachrichten 63

7.2 Zusammenarbeit 67

8 Informationen und ihre Verarbeitung 71

8.1 Daten und Informationen 71

8.2 Assoziationen 72

8.3 Daten im Geschäftsprozess 72

9 Ereignisse 77

9.1 Einführung 77

9.1.1 Konzept 77

9.1.2 Ausdifferenzierung 78

9.1.3 Startereignisse - allgemein82

9.1.4 Zwischenereignisse - allgemein83

9.1.5 Schlussereignisse - allgemein84

9.2 Ereignistypen 85

9.2.1 Kein Auslöser 85

9.2.2 Nachricht 86

9.2.3 Fehler 87

9.2.4 Zeitgeber 87

9.2.5 Eskalation 88

9.2.6 Signal 89

9.2.7 Abbruch 90

9.2.8 Kompensation 90

9.2.9 Bedingung 91

9.2.10 Verknüpfung 92

9.2.11 Beenden 92

9.2.12 Mehrfach 93

9.2.13 Parallel mehrfach93

10 Kontrollfluss - Sequenzfluss 95

10.1 Einführung 95

10.2 Flüsse 95

10.3 Sequenzflüsse mit Subprozessen 97

10.4 Nachrichtenflüsse 98

10.5 Schleifen 98

10.6 Kompensationen 100

10.7 Prozessunterbrechung 100

10.8 Handlung durch Ereignisse 100

10.9 Transaktionen 102

11 Gateways 107

11.1 Grundlagen 107

11.2 Exclusive Gateway - datenbasiert 110

11.2.1 Verzweigend 110

11.2.2 Verschmelzend 111

11.3 Exclusive Gateway - ereignisbasiert 112

11.3.1 Verzweigend 113

11.3.2 Verknüpfend 115

11.4 Parallel Gateway 117

11.4.1 Verzweigend 118

11.4.2 Verknüpfend 119

11.5 Parallel Gateway - ereignisbasiert 120

11.6 Inclusive Gateway 122

11.7 Complex Gateway 127

11.7.1 Verzweigend 129

11.7.2 Verknüpfend 130

11.8 Kontrollfluss durch Kompensation 132

12 Muster in Geschäftsprozessen 137

12.1 Geschäftsprozess / Tätigkeit starten 137

12.1.1 Start von Geschäftsprozessen138

12.1.2 Start von Subprozessen140

12.2 Wiederholung, Rückschleife 142

12.3 Entscheidungsfindung 143

12.4 Teilaufgaben 146

12.5 Bedingungen 147

12.6 Zeitaspekte 150

13 Choreographie 153

13.1 Das Konzept 153

13.2 Die Elemente 153

13.3 Beispiel 154

14 Prozessmodelle 157

14.1 Buchausleihe 157

14.2 Auftragsabwicklung - hoch aggregiert 158

14.3 Flug- und Hotelbuchung 159

14.4 Flug- und Hotelbuchung aggregiert 162

14.5 Kreditunterlagen prüfen 163

14.6 Angebotserstellung im Anlagenbau 164

14.7 Auftragsstart im Anlagenbau 176

14.7.1 Der Prozess 176

14.7.2 Die Subprozesse186

15 Glossar 191

16 Index 197

17 Literatur 205

18 Anhang 209

Abkürzungsverzeichnis


Abkürzung

Langbezeichnung

AD

Aktivitätsdiagramm der UML

ARIS

Architektur integrierter Informationssysteme

 

 

B2B

Business to Business, Geschäftstätigkeit von Unternehmen miteinander im Internet.

B2C

Business to Customer, Geschäftstätigkeit im Internet, der direkt mit dem Endkunden zu tun hat.

BPD

Business Process Diagram

BPMN

Business Process Modeling Notation. Ab Version 2.0: Business Process Model and Notation

BPR

Business Process Reengineering

DV

Datenverarbeitung

EDV

Elektronische Datenverarbeitung

EPK

Ereignisgesteuerte Prozesskette

GP

Geschäftsprozess

IT

Eigentlich Informationstechnologie, bzw. information technology. Heute benutzt als Kurzbezeichnung für die gesamte EDV-Ausstattung einer Organisation.

ODER

Logischer Operator ODER

SPM

Standardprozessmodellierung

UND

Logischer Operator UND

vs.

versus (im Vergleich zu, im Gegensatz zu)

WSK

Wertschöpfungsketten

XODER

Logischer Operator Exklusives ODER


Die Abkürzungen in den Business Process Diagrams (BPDs) werden beim jeweiligen Prozessmodell erläutert.